Wechseljahre

Die Wechseljahre – Ein natürlicher Lebensabschnitt

Sie haben schon mehrere Lebensabschnitte hinter sich, die durch ihre Geschlechtsentwicklung bestimmt waren: Kindheit, Vorpubertät, Pubertät. Die maximale Körpergröße und die volle Geschlechtsreife ist erreicht. Die Geschlechtsreife der Frau bleibt etwa bis zum 45. Lebensjahr erhalten. Dann beginnen die Wechseljahre. Die Wechseljahre dauern etwa zehn Jahre, also vom 45. bis ca. 55. Lebensjahr. Um das 52. Lebensjahr erleben Sie Ihre letzte Monatsblutung, die Menopause.

Die einzelnen Lebensabschnitte

Sie haben schon mehrere Lebensabschnitte hinter sich, die durch ihre Geschlechtsentwicklung bestimmt waren. In der Kindheit (von der Geburt bis etwa zum 8. Lebensjahr) ruht die Geschlechtsentwicklung. Vom 8. bis zum 12. Lebensjahr befanden Sie sich in der Vorpubertät. In dieser Zeit sind die ersten Anzeichen der Brustentwicklung zu beobachten. Vom 12. bis zum 15. Lebensjahr haben Sie die Pubertät durchlaufen. Sie sind vom Mädchen zur Jugendlichen herangewachsen. In dieser Zeit wachsen die inneren und äußeren Geschlechtsorgane, die Schambehaarung entwickelt sich. In dieser Phase haben Sie auch Ihre erste Monatsblutung erlebt, die Menarche. Zwischen 15 und 18, in der Endphase der Jugendzeit, hat Ihr Körper dann seine weibliche Form ausgebildet. Sie haben Ihre maximale Körpergröße und die volle Geschlechtsreife erreicht.

Die Geschlechtsreife der Frau bleibt etwa bis zum 45. Lebensjahr erhalten. Dann beginnen die Wechseljahre. Die Wechseljahre dauern etwa zehn Jahre, also vom 45. bis ca. 55. Lebensjahr. Um das 52. Lebensjahr erleben Sie Ihre letzte Monatsblutung, die Menopause.

Die Angaben sind Durchschnittswerte für Frauen in Mitteleuropa. Pubertät, erste Regelblutung, Geschlechtsentwicklung und Menopause können sich durch Erbanlagen, klimatische Bedingungen, Streß und Ernährung zeitlich vorverlagern oder verspäten, ohne dass Grund zur Besorgnis besteht. Wenn Sie beispielsweise eine starke Raucherin sind, müssen Sie damit rechnen, dass die Wechseljahre früher eintreten, als hier angegeben. Haben Sie Unterleibsoperationen, Bestrahlungen oder eine chemische Krebsbehandlung hinter sich, kann auch dies den Beginn der Wechseljahre erheblich beschleunigen. Machen sich die Wechseljahre schon vor dem 40. Lebensjahr bemerkbar, spricht man von vorzeitigen Wechseljahren.

Hormonsteuerung

Die Veränderungen, die Sie in Ihrer Kindheit und Jugend an sich beobachtet haben, wurden durch die Reifung Ihrer Geschlechtsdrüsen – der Eierstöcke – hervorgerufen. Der Eierstock produziert die Hormone Östrogen und Progesteron. Diese Hormone regeln u.a. Ihren Monatszyklus, haben aber auch Auswirkungen auf den gesamten Körper und auch auf Ihr seelisches Befinden. In den Wechseljahren bilden die Eierstöcke immer weniger Eizellen. Schließlich wird die Bildung von Eizellen ganz eingestellt. Sie sind dann nicht mehr fortpflanzungsfähig. Allmählich hört der Eierstock auch mit der Produktion von Geschlechtshormonen auf. lhr Körper muss sich insgesamt auf einen Hormonmangel einstellen. Die typischen Beschwerden, die Sie während der Wechseljahre beobachten, sind eine Folge des Hormonmangels.

Die Beschwerden können vor der letzten Regelblutung (Menopause) beginnen und sich über mehrere Jahre hinziehen. Bei etwa 30 Prozent der Frauen sind diese Beschwerden nur schwach ausgeprägt. 40 Prozent haben mittelstarke Beschwerden, 25 Prozent leiden sehr stark und 5 Prozent sind sogar arbeitsunfähig.

Die Geschlechtshormone haben Sie einst vom Kind zur Frau gemacht. Dabei hat sich Ihr ganzer Körper verändert. Der Hormonmangel in den Wechseljahren macht sich nun wiederum am ganzen Körper bemerkbar. Geschlechtshormone spielen auch eine wichtige Rolle im Stoffwechsel z.B. des Nervensystems. Viele der Beschwerden, die Sie während der Wechseljahre verspüren, gehen von den Nerven aus.

Typische Probleme und Beschwerden in den Wechseljahren

Körperliche Beschwerden
Das erste spür- und sichtbare Zeichen für den Beginn der Wechseljahre ist meistens die “fliegende Hitze”. Die Hitzewallungen dauern wenige Sekunden bis einige Minuten. Sie betreffen meist die obere Körperhälfte, treten bei Tag und bei Nacht auf. Etwa 80 Prozent der betroffenen Frauen beobachten die “fliegende Hitze” länger als ein Jahr, 30 Prozent sogar länger als fünf Jahre.

Häufig machen sich zusammen mit den Hitzewallungen Hautrötungen bemerkbar. Sie erstrecken sich von der Brust über die Oberarme, Hals und Gesicht. Manchmal treten gleichzeitig Herzklopfen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Kribbeln in den Fingern oder am Körper auf.

Kaffee und Alkohol, Aufregung und Streß scheinen die Hitzewallungen zu begünstigen. Ob Sie von der “fliegenden Hitze” verschont werden, oder ob Sie unter ihr leiden müssen, lässt sich nicht vorhersagen. Frauen, deren Menopause nicht plötzlich eintritt, sondern sich durch unregelmäßige Monatsblutungen ankündigt, leiden häufig an Hitzewallungen. Auf die Hitzewallungen folgen meist Schweißausbrüche, die zum Teil sehr stark sein können. An die Schweißausbrüche schließt sich Frösteln und Frieren an. Nächtliche Schweißausbrüche können Sie zwingen, mehrmals in der Nacht die Wäsche zu wechseln. Schlafstörungen werden ebenfalls zu den Beschwerden in den Wechseljahren gerechnet. Teils hängen sie mit den Schweißausbrüchen zusammen, zum Teil sind sie aber auch darin begründet, dass sich der Östrogenmangel auf das Schlafzentrum im Gehirn auswirkt. Müdigkeit, Östrogenmangel, Nervosität, Abnahme der Leistungsfähigkeit sind wiederum Folgen der Schlafstörungen. Die Hormonschwankungen während der Wechseljahre können sich auch auf Ihre seelische Verfassung auswirken.

Psychische Beschwerden
Die psychischen Begleiterscheinungen sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Während manche Frauen hier keine Beschwerden haben, bezeichnen sich andere als antriebsschwach, reizbar, nervös, müde, depressiv. Auch Angstgefühle können Folge der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren sein. Manchmal sind psychische Beschwerden das einzige Anzeichen der beginnenden Wechseljahre. Eine Frau im entsprechenden Alter sollte daher psychische Probleme nicht einfach nur mit Psychopharmaka behandeln. Wahrscheinlich kann ihr nämlich mit anderen Präparaten viel besser geholfen werden.

Körperliche Veränderungen
Blutungsunregelmäßigkeiten vor der Menopause zeugen von der hormonellen Umstellung im Körper. In den meisten Fällen sind sie nicht behandlungsbedürftig. Haben Sie die Menopause (also die letzte Regelblutung) schon hinter sich, müssen Sie sich unbedingt untersuchen lassen, wenn plötzlich doch wieder Blutungen (und seien sie noch so minimal) auftreten! In den meisten Fällen sind zwar auch diese Blutungen kein Grund zur Sorge, doch sollte z.B. eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden.

Sie werden noch andere Veränderungen an sich bemerken. Ihre Haut wird dünner, ist weniger gut durchblutet und enthält weniger Flüssigkeit. Sie haben ein Gefühl der Hauttrockenheit, vielleicht leiden Sie auch unter Juckreiz. Bei manchen Frauen werden auch die Haare (Kopf-, Achsel- und Schamhaare) deutlich dünner. An anderen Körperstellen hingegen kann sichtbarer Haarwuchs auftreten: Oberlippe, seitliche Gesichtspartien. Der Grund: Im Körper der Frau werden auch männliche Geschlechtshormone gebildet. Werden die weiblichen Hormone in den Wechseljahren weniger, gewinnen die männlichen Hormone die Oberhand. Der Haarwuchs wird dann männlicher. Haut- und Haarprobleme lassen sich mit entsprechenden Kosmetika in den Griff bekommen.

Auch die Schleimhäute verändern sich. Im Bereich der Scheide können sich Trockenheit, Juckreiz und Ausfluss bemerkbar machen. Auch beim Wasserlassen können unterschiedliche Störungen auftreten. Diese machen sich meist erst einige Jahre nach der Menopause bemerkbar, sind aber dennoch Folge der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren. Die Beschwerden können wirksam behandelt werden, Sie sollten sie also nicht verschweigen, wenn Sie sich untersuchen lassen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, können sich in den Wechseljahren Probleme einstellen. Die Augen werden trocken und jucken. Auch diese Beschwerden lassen sich gut behandeln. Wenn Sie Zungenbrennen spüren oder Ihre Zahnprothese plötzlich vermehrt Beschwerden macht, kann auch dies eine Folge der Wechseljahre sein, die auf eine Behandlung anspricht.

In den Wechseljahren bemerkt nahezu jede zweite Frau eine mehr oder weniger deutliche Gewichtszunahme. Veranlagung, falsche Ernährung und zu wenig körperliche Aktivität können dies zusätzlich verstärken.

Worauf müssen Sie in den Wechseljahren besonders achten?

In den Wechseljahren werden unter Umständen die Weichen für Erkrankungen gestellt, die sich erst in späteren Lebensjahren bemerkbar machen. Durch einfache Verhaltensregeln können Sie das Risiko, später ernsthaft zu erkranken, vermindern.

Herz und Kreislauf
Vor den Wechseljahren sind Frauen wesentlich weniger herzinfarktgefährdet als Männer. Grund dafür ist ein günstiger Einfluss der Östrogene auf die Zusammensetzung der Blutfette. Wenn mit den Wechseljahren die Östrogen-Produktion nachlässt, gleicht sich das Risiko dem der Männer an. Nach der Menopause steigt bei vielen Frauen der Blutdruck, das Verkalkungsrisiko erhöht sich. Durch vernünftige Ernährung, Kontrolle und eventuelle Behandlung des Blutdrucks und das Vermeiden von unnötigen Risikofaktoren lässt sich das Risiko senken.

Knochen
Etwa ab dem 35. Lebensjahr verlieren Sie Jahr für Jahr an Knochenmasse. Dies ist ein normaler Alterungsvorgang. Durch die Vorgänge in den Wechseljahren kann der Knochenschwund aber so beschleunigt werden, dass eine Osteoporose entsteht. Dabei werden vor allem die Wirbelsäule und auch die Oberschenkelknochen extrem brüchig. Eine Ernährung, die ausreichend Calcium enthält (Milch, Milchprodukte), und körperliche Aktivität schützen vor Osteoporose.

Krebs
Sicher gehen Sie jetzt schon regelmäßig zur Krebsvorsorgeuntersuchung. Dies sollten Sie auch weiterhin tun.

Bleiben Sie aktiv!
Körperliche Aktivität ist ein wichtiges Heilmittel, das Ihnen kein Arzt verschreiben kann. Sie schützen sich dadurch vor Herz-Kreislauferkrankungen, Sie verringern Ihr Osteoporose-Risiko, Sie können damit der häufig beobachteten Gewichtszunahme in den Wechseljahren entgehen.

Wenn Sie aktiv bleiben, fühlen Sie sich auch besser und viele der Beschwerden sind nur halb so schlimm. Denken Sie einmal darüber nach, ob Sie durch lhren Lebenswandel nicht unnötige Gesundheitsrisiken eingehen. Rauchen Sie? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um damit aufzuhören. Denken Sie an das Verkalkungsrisiko! Nikotin gilt auch als “Knochenräuber”, d.h. Raucherinnen haben ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Vorsicht ist hier übrigens auch bei Alkohol und Kaffee geboten. Und Rauchen senkt den in den Wechseljahren ohnehin sinkenden Östrogenspiegel im Blut.

Welche Medikamente helfen Ihnen?

Östrogenmangel ist letztlich die Ursache für die meisten Beschwerden während der Wechseljahre. Was liegt also näher, als die Beschwerden durch die Einnahme von Östrogenen zu lindern? Allerdings kann Östrogen einen ungünstigen Einfluss auf die Gebärmutter haben. Kombiniert man Östrogen mit Gestagen, ist dieses Risiko verringert.

Nicht alle Frauen vertragen die Hormonbehandlung. Frauen, die Brust- oder Gebärmutterkrebs haben oder hatten, dürfen keine Hormone einnehmen. Auch bei Leber- und Gallenblasenerkrankungen, ausgeprägten Krampfadern, gutartigen Geschwulsten der Gebärmutter, Thrombosen und Embolien muss die Gabe von Hormonen gut überlegt sein. Viele Frauen möchten auch aus grundsätzlichen Überlegungen keine Hormone einnehmen.

Eine wirkungsvolle Alternative sind hier pflanzliche Heilmittel. Aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze (Cimcifuga racemosa) wird das Medikament Cimisan hergestellt, das – ohne ein Hormon zu sein – regulierend in den Hormonhaushalt eingreift und die Psyche stabilisiert.

lnzwischen hat sich bestätigt, dass die Inhaltsstoffe der Pflanze eine hormonausgleichende und das Nervensystem stärkende Wirkung haben, die die typischen Beschwerden während der Wechseljahre wie z.B. Hitzewallungen, Schweißausbrüche mildern. Schon 1mal täglich Cimisan genügt. Cimisan kann oft auch in den Fällen eingenommen werden, in denen eine Gabe von Hormonen nicht möglich ist. Sie sollten aber vorher unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen.

Als mild wirkendes pflanzliches Arzneimittel braucht Cimisan etwas Zeit, um voll wirken zu können.

Was können Sie selbst tun?

Ernähren Sie sich richtig
Hierzulande essen die meisten Menschen zu viel und zu fett. 1800 bis 2000 kcal. pro Tag sind für eine Frau mittleren Alters und mittlerer Größe ausreichend. Dieser Kalorienbedarf sollte zu (maximal) 30 Prozent aus Fetten, zu 15 Prozent aus Eiweiß und zu 56 Prozent aus Kohlenhydraten bestehen. Zucker, Alkohol und tierische Fette sind energiereiche Lebensmittel, die keine essentiellen Nährstoffe enthalten! Magermilch, Joghurt, Käse und Frischgemüse enthalten viel Calcium und sind daher gut zur Osteoporose-Vorbeugung geeignet. Obst, Salate, dunkles Brot und Gemüse liefern wertvolle Vitamine und Ballaststoffe. Sonnenblumen-, Mais- und Olivenöl sowie Fisch enthalten ungesättigte Fettsäuren. Sie sind als Quellen für Nahrungsfett tierischen Fetten vorzuziehen.

Ihre Haut braucht Feuchtigkeit!
Strapazieren Sie Ihre Haut nicht zu sehr durch übermäßiges Sonnenbaden. Verwenden Sie feuchtigkeitsspeichernde Kosmetika.

Weiterhin ein erfülltes Sexualleben
Während und auch nach den Wechseljahren können Sie ein erfülltes Sexualleben genießen. Allerdings kann der Geschlechtsakt durch Trockenheit in der Scheide gelegentlich unangenehm behindert sein. Das ist kein Grund, um auf Sex zu verzichten. Lassen Sie sich beraten!

Übrigens:
Wechseljahre machen den regelmäßigen Besuch beim Frauenarzt nicht überflüssig!

Wann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen?

Einmal im Jahr sollten Sie auf jeden Fall zur Krebsvorsorge Ihren Arzt aufsuchen. Dabei werden dann auch alle weiteren notwendigen Untersuchungen durchgeführt.

Darüber hinaus sollten Sie während der Wechseljahre Ihren Arzt dann aufsuchen, wenn Sie

  • hartnäckige, nicht abklingende Unterleibsinfektionen haben,
  • unter starken Bauchschmerzen leiden,
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Wasserhalten haben,
  • unregelmäßige oder längere Blutungen haben.

Blutungen während der Wechseljahre sind nicht immer zwingend ein Grund zur Sorge, sie können z. B. auch unter einer Östrogenbehandlung auftreten. Auf jeden Fall sollten Sie aber auf die Dauer und Stärke dieser Blutungen achten und dies Ihrem Arzt mitteilen. Verschiedene Frauenerkrankungen können mit – vor allem unregelmäßigen – Blutungen verbunden sein.

Wie sollten Sie sich auf den Arztbesuch vorbereiten?
Auf den Besuch bei Ihrem Arzt sollten Sie sich gründlich vorbereiten und sich die Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen wollen, am besten notieren. Überlegen Sie sich beispielsweise, wann Sie die letzte Regel hatten, in welchem Rhythmus Ihr Zyklus ablief, ob Ihr Zyklus noch immer besteht, welche Operationen Sie hinter sich haben und welche Medikamente Sie zur Zeit einnehmen. Haben Sie auch keine Scheu, sexuelle Probleme anzusprechen, z. B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.