Postoperative Übelkeit und Erbrechen

Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Ein drittel aller Patienten leiden unter Übelkeit und Erbrechen nach einer Narkose. Die Abkürzung PONV (POstoperative Nausea and Vomiting) wurde aus dem englischen Sprachraum übernommen. PONV stellt nach dem mit der Operation verbundenem Schmerz die häufigste Komplikation nach einer Operation dar.

PONV-Risikofaktoren

Patientenspezifische Risikofaktoren:

  • weibliches Geschlecht: Frauen leiden ca. 3mal häufiger an PONV als Männer.
  • Nichtraucher (leiden ca. 2mal häufiger an PONV als Raucher)
  • PONV nach operativen Eingriffen in der Vergangenheit oder „Reisekrankheit“

Anästhesiologische Risikofaktoren:

  • Verwendung von Inhalationsanästhetika (Narkosegase)
  • Verwendung von Lachgas
  • Verwendung von Opioiden (Schmerzmittel) postoperativ

Operative Einflüsse

  • Art der Operation (Operationen im Bauchraum, HNO-Operationen, plastische Chirurgie, orthopädische Eingriffe, Brustraum-Operationen)
  • Operationsdauer

Vorbeugung und Therapie

Durch die Wahl eines geeigneten Narkoseverfahrens kann das Auftreten von PONV vermindert werden. Zusätzlich kann durch die Gabe eines Antiemetikums (Medikament, welches das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen unterdrücken soll) die Häufigkeit des Auftretens weiter vermindert werden.

Die Therapie der PONV erfolgt durch die Gabe eines oder mehrerer Antiemetika.

Literaturquellen
  • Kovac A. L. Prevention and treatment of postoperative nausea and vomiting. Drugs 2000; 59: 213-243.
  • Gan T, Meyer T, Apfel C, Chung F, Davis P, Eubanks S, Kovac A, Philip B, Sessler D, Temo J, Tramer M, Watcha M. Consensus Guidelines for managing postoperative nausea and vomiting. Anesth Analg 2003; 97: 62-71.
  • Apfel CC, Roewer: Postoperative Uebelkeit und Erbrechen. Anaesthesist 2004; 53:377-391.